retta_faire_textilproduktion

Brief von Retta Müller-Schimmel an Wolfgang Seitz, Studien-Direktor am Gymnasium Herzogenaurach

Faire Textilproduktion

Lieber Wolfgang,
danke für die zugeschickten Informationen. Ein dickes Lob für dieses Unterrichtsprojekt an Dich und Deine SchülerInnen, die sich so kritisch mit diesem Thema auseinandergesetzt haben. Bestimmt kann daraus tatsächlich ein verändertes Einkaufsverhalten resultieren.

Wer von Deinen SchülerInnen regelmäßig HERZOaktuell und die beiden örtlichen Tageszeitungen liest, der weiß bereits, dass ich zu diesem Thema immer öffentlich Stellung beziehe:

  • sei es im Stadtrat
  • bei den von mir  initiierten Aktionen wie zum Beispiel die faire, regionale und ökologische Modenschau, die im November 2014 an Eurer Schule stattgefunden hat
  • oder durch die Ausgestaltung des Ökofestes im April 2015, das wieder eine Plattform für faire Textilien bieten wird und die sowohl zur Information als auch zum Verkauf dient.

Natürlich unterstütze ich auch im privaten Bereich bewusst die wirtschaftlichen Kräfte, die in Rücksicht auf Mensch, Umwelt und Klima arbeiten. Mit meinem Geld möchte ich versuchen „Werte“ zu schaffen und nicht „Werte“ zu vernichten.

Unter anderem durch die Mitgliedschaft in der Partei Bündnis 90/Die Grünen stehe ich  für eine Wirtschaftspolitik, die den Menschen und seine Bedürfnisse, die Umwelt und das Klima in den Mittelpunkt stellt. Wir setzen auf fairen Handel, der sowohl menschenwürdige Einkommen und ausreichende Sozialleistungen ermöglicht, wie auch die Umstellung auf den ökologischen Landbau vorantreibt. Außerdem suchen wir nach neuen Wegen für gerechte, umweltverträgliche Handelsbeziehungen, zusammen mit Akteurinnen und Akteuren aus Gesellschaft und Wirtschaft. Wir wollen erreichen, dass Produktionsverfahren und Inhaltsstoffe gekennzeichnet werden müssen, damit diese Kriterien beim Kauf berücksichtigt werden können. Auch arbeiten wir daran, dass sich Wirtschaftskonzerne und gesellschaftliche Gruppen auf Produktionsnormen verständigen und freiwillig Umwelt- und Sozialstandards einhalten, die aber durch unabhängige Stellen überprüft werden können.

Liebe SchülerInnen,
ich hoffe, es geht aus meinem Schreiben hervor, dass ich mich für faire Textilproduktion einsetze und auch bereit bin für diesen Mehrwert mehr zu bezahlen. Fairer Lohn, faire Arbeitsbedingungen, ökologische, nachhaltige, ressourcenschonende und wenn möglich regionale Produktion gehören dabei für mich zusammen. Verbraucher, Politik und Wirtschaft müssen dazu gemeinsam an einem Strick ziehen. Dabei sind das Gespräch, verantwortungs-volles Handeln, sich als passiver und aktiver Unterstützer einzubringen und zu Wahlen zu gehen, die Mittel, die langfristig dabei greifen werden. Also müssen wir weiter daran arbeiten, so wie Ihr und ich das bereits angefangen haben.

Wer unsere Modenschau noch nicht gesehen hat, kann sie sich unter: http://www.herzo.tv/index.php?article_id=523&clang=0 im Internet ansehen oder herunterladen. Sie heißt „Fair ist chic“ und ist in den Nachrichten der 2. Dezemberausgabe zu finden. Felix Flechtner, ein Mitschüler von Euch präsentiert seine selbstentworfene und selbstgenähte Mode und eure Mitschülerinnen sind als Models zu sehen

Den ersten Rundbrief der „Bioverbraucher e.V.“ in diesem Jahr werde ich anhängen. Vielleicht habt Ihr Lust auch diese Informationsplattform zu nutzen

Nehmt weiterhin so engagiert am Unterricht teil, wie aus dem Schreiben von Herrn Studiendirektor Seitz hervorgeht.

Viele Grüße
Retta Müller-Schimmel
Stadt-, und Kreisrätin